Tuesday, January 05, 2010

Hamed Abdel-Samad : Und es gibt ihn doch ...

Over de markante levensloop van de Duits-Egyptische auteur Hamed Abdel-Samad, een interessant artikel in Der Spiegel

Hieronder zijn tekst uit Der Tagesspiegel van 5 januari '10 :

Und es gibt ihn doch – den Islam!Spätestens nach dem vereitelten Attentat auf den Zeichner der Mohammed-Karikaturen, Kurt Westergaard, sollte den Europäern ein Licht aufgehen: Der radikale Islam ist auf dem Vormarsch.

Nach dem erfolglosen Klimagipfel in Kopenhagen will die dänische Hafenstadt nicht zur Ruhe kommen. Am Heiligabend waren 760 Wohnungen von Einbrechern verwüstet und ausgeraubt worden. Meine war eine davon. Aber das betrübte die lockere Stimmung kaum. Skaet er skaet, passiert ist passiert, kommentierte mein dänischer Nachbar, der auch beraubt wurde, die Ereignisse gelassen. Doch pünktlich zum neuen Jahr wurde die Stadt durch das vereitelte Attentat auf den 74-jährigen Karikaturisten Kurt Westergaard erschüttert. Mehr als vier Jahre nach den umstrittenen Mohammed-Karikaturen wollte ein 28-jähriger Somali mit Axt und Messer Rache üben.

Das Attentat erinnerte mich erneut an den Weihnachtsabend, aber diesmal nicht an die Raubserie, sondern an ein anderes vereiteltes Attentat – das auf ein amerikanisches Passagierflugzeug. Auch da war der Paradieskandidat ein Muslim mit schwarzafrikanischem Hintergrund.

Oft wird behauptet, der Westen gestalte die Globalisierung, die Asiaten gingen damit kreativ um, die Muslime seien reaktionär und die Afrikaner passiv. Wie schaut es nun mit denen aus, die Afrikaner und Muslime zugleich sind? Wie passiv sind sie? Über die Scharia in Nigeria, den Bürgerkrieg in Somalia und Darfur will ich gar nicht sprechen.

Ungeachtet dessen wird der afrikanische Islam nicht selten als Beweis für die Heterogenität und Anpassungsfähigkeit des Islam gepriesen. Er galt lange als Argument, dass es „den einen Islam“ nicht gibt. Selbstverständlich ist der Islam vielfältig in seinen Strömungen und Ausprägungen, und natürlich kann niemand behaupten, dass über eine Milliarde Muslime zwischen Indonesien und Marokko eine gleichgeschaltete Masse bilden – und dennoch kann man von einem Islam sprechen. Denn die Unterschiede mögen für Theologen, Ethnologen und Kunsthistoriker von Interesse sein, politisch gesehen sind sie ziemlich irrelevant. Wenn wir vom Islam reden, meinen wir nicht volkstümliche Erscheinungsbilder, sondern meist die politische Ideologie und die Geisteshaltung, die dem Glaubenssystem Islam entspringen. Es geht um den Islam, der den Westen als eine feindselige gleichgeschaltete Masse sieht und sich davon in jeder Form abgrenzt.

„Ich bin sicher, dass sich die gesamte somalische Gemeinschaft in Dänemark gegen diesen Anschlag auf Westergaard wendet“, sagte der Sprecher der Gemeinschaft, Mohammed Gelle; eine ziemlich gewagte Behauptung, wenn man bedenkt, dass 16 000 Somali in Dänemark leben. Aber es ist keine überraschende Stellungnahme für jemanden, der den Islam „eine Religion des Friedens“ nennt.

Wenn Muslime selbst vom Islam reden, im Zusammenhang etwa mit der Einführung von Islamunterricht an europäischen Schulen oder der Beantragung des Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts, dürfen sie von einem einzigen Islam reden. Wenn Muslime von der „Religion des Friedens“ sprechen, sagen sie nicht, welchen Islam sie meinen. Wenn aber Islamkritik auftaucht, kommt ein Taschenspielertrick, um die Kritik abzuwürgen: Von welchem Islam reden Sie überhaupt?

Von welchem Alkohol reden wir, wenn wir sagen: „Viel Alkohol schadet der Gesundheit“? Ja, Alkohol wird zur Herstellung von Medizin oder zum Kochen verwendet, doch um diese Funktionen geht es nicht, wenn wir von den sozialen Auswirkungen des Alkohols sprechen. Ja, es gibt viele Sorten von Alkohol mit unterschiedlichen Wirkungen. Auf die Menge kommt es an, und genauso verhält es sich mit dem Islam. Hochprozentiger Islam in großen Mengen schadet dem Zusammenleben und hemmt die Integration, denn dieser Islam teilt die Welt in Freund und Feind, Gläubige und Ungläubige ein und duldet keine Identitäten neben sich. Es geht nicht um Muslime, die die spirituelle Seite des Islam betonen, sondern um diejenigen, die in jeder Alltagssituation zur Flasche der Dogmen greifen.

Drei Tage vor dem Attentat auf Westergaard saß ich im Büro von Flemming Rose, Kulturredakteur der dänischen Zeitung „Jyllands Posten“ und Urheber der Idee der Mohammed-Karikaturen. Die Karikaturen waren nicht Thema unseres Gesprächs. Ich erzählte ihm von einem auffälligen Phänomen, das meine Aufmerksamkeit weckte: Es ging um zahlreiche somalische Frauen, die voller Stolz mit ihren Kopftüchern in Kopenhagen herumlaufen. Das Muslimsein, das ihre afrikanische Identität offenbar annulliert hatte, scheint für sie die einzige Quelle des Selbstbewusstseins zu sein.

Häufig beklagen Afrikaner in Europa zunehmende Diskriminierung, nicht nur durch Autochthone, sondern auch durch Menschen mit Migrationshintergrund. Wenn sie sich aber zum Islam bekennen, steigen sie aus ihrer Sicht sozial auf, denn die Rasse wird damit durch die Religion ersetzt – und plötzlich werden sie als Brüder und Schwestern anerkannt. Manche übertreiben auch und entscheiden sich für den Terror als Kommunikationsstrategie, um ihre Zugehörigkeit zur Umma zu betonen, so wie der nigerianische und der somalische Attentäter.

Es ist keine Frage von Zentrum und Peripherie mehr. Egal ob in Kairo, Karatschi, Lagos, Jakarta, Berlin oder Kopenhagen: Der radikale Islam ist auf dem Vormarsch. Es geht nicht um das, was im Koran steht, sondern um die Haltung der meisten Muslime zu diesem Buch als dem letzten Wort Gottes und als ein Orakel, das man zu allem befragt. Alkohol ist nicht von Natur aus böse, er steigert nur die Stimmung, die bereits vorhanden ist, macht die Passiven passiver und die Aggressiven aggressiver. Und die Stimmung in der islamischen Welt scheint gegenwärtig mies zu sein. Diese islamische Welt ist aber nicht mehr die ferne exotische Welt hinter dem Meer. Sondern Muslime leben hier in Europa, haben Ansprüche und wollen sichtbarer werden. All das ist in Ordnung, aber zu welchen Konditionen?

Wie will Europa mit Menschen zusammenleben, die nicht dabei waren, als die Europäer die Regeln des Zusammenlebens festgelegt haben, und sich nicht verpflichtet fühlen, diese mitzutragen? Sagen wir skaet er skaet? Wird erneut die Rede von Einzeltätern sein, die den Islam entführt haben? Diskutieren wir weiter über die Heterogenität des Islam, bis die Debatte, wie immer, im Sand verläuft? Oder wird man endlich mit Muslimen über die Regeln des Zusammenlebens deutlicher und mutiger verhandeln müssen? Für mich hat nur ein „Islam Light“ in Europa eine Zukunft: Islam ohne Scharia, ohne Dschihad, ohne Geschlechter-Apartheid, ohne Missionierung und ohne Anspruchsmentalität.

Das berühmte Zitat des Rechtsphilosophen Ernst-Wolfgang Böckenförde „Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann“ wird gerne durch religiöse Institutionen so verstanden, als seien die Religionen die einzigen Lieferanten dieser Voraussetzungen als Erzeuger von Moral und Solidarität. Ich dagegen interpretiere Böckenfördes These so, dass jede Demokratie nicht nur von den Gesetzen, sondern auch von der Geisteshaltung der Menschen lebt, die diese Gesetze hervorgebracht haben. Viele zugewanderte Muslime in Europa befinden sich außerhalb dieses Konsenses, da sie die europäischen Erfahrungen, die diese Geisteshaltung zustande brachten, nie teilten. Sie halten ihre eigene Geisteshaltung für höher und moralischer. Auch darüber muss verhandelt werden.

Der Autor ist Politikwissenschaftler und Historiker an der Universität München und Autor des Buches „Mein Abschied vom Himmel. Aus dem Leben eines Muslims in Deutschland“ (Fackelträger).



(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 05.01.2010)

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Wednesday, December 02, 2009

Over perceptie en projectie

Voor de verandering nog eens een oproep aan de liberale moslim :

30-11-2009 - Martin Gehlen itv. Alaa Al-Aswani - die zeit


Der ägyptische Schriftsteller Alaa Al-Aswani sieht nach dem Minarett-Verbot in der Schweiz liberale Moslems gefordert. Sie müssten in Europa für ein anderes Islam-Bild werben.

Frage: Herr Aswani, die Schweizer haben per Referendum den Bau von Minaretten mit überraschend klarer Mehrheit verboten. Was bedeutet diese Entscheidung?

Alaa Al-Aswani: Ich bin nicht überrascht. Ich war erst kürzlich in der Schweiz zu einer Lesung. Es ist falsch, zu denken, die Hälfte der dortigen Bürger seien Rassisten. Sie haben vielmehr Angst vor einer Religion, von der sie praktisch nichts wissen, und die in den Medien nur noch in Verbindung gebracht wird mit Terrorismus und Bomben. Zudem wird das Bild des Islams in Europa sehr geprägt von der wahhabitischen Strömung aus Saudi-Arabien, die extrem engstirnig und aggressiv ist. Wir übrigen Muslime haben bei der Aufgabe versagt, das wirkliche Gesicht des Islams zu vermitteln, seine Toleranz und seine Offenheit.

Frage: Ist die Schweizer Entscheidung Indiz für wachsende anti-islamische Ressentiments?

Al-Aswani: Wir müssen diese Abstimmung sehr ernst nehmen. Die Schweiz ist ein multikulturelles Land im Herzen von Europa. Hier leben Menschen in vier Sprachen zusammen. Die Schweiz ist eine vorbildliche Demokratie. Insofern zeigt das Votum klar, wie die Menschen in Europa inzwischen denken. Was in der Schweiz geschehen ist, kann in jedem anderen Land passieren. Ich habe keinen Zweifel, in Deutschland hätten noch mehr Leute gegen Minarette gestimmt.

Frage: Was müssen die Muslime besser machen?

Al-Aswani: Man kann von niemandem in Europa erwarten, dass er sich in seinem Leben genaue Kenntnisse über den Islam aneignet. Wie der Islam in der Welt wahrgenommen wird, das ist primär unsere Verantwortung. Ich habe den Mufti von Ägypten vor Wochen aufgefordert, einen Professor für islamische Zivilisation in die Schweiz zu schicken, damit er den Menschen dort die Bedeutung des Minaretts erklärt. Minarett bedeutet in der arabischen Sprache "Ort des Lichtes", es ist kein Kriegssymbol und hat nichts mit Gewalt zu tun.

Frage: Was war die Reaktion des Muftis?

Al-Aswani: Nichts. Er hat einen Beobachter für das Referendum entsandt, der Mann traf am Sonntag in der Schweiz ein - sozusagen nach der Abstimmung. Zum Referendum gab es ein Plakat mit Minaretten als Raketen und mit einer Frau, die voll verschleiert ist. Wir müssen dem Schweizer Volk erklären, dass die Verschleierung von Frauen nichts mit dem Islam zu tun hat. Das sind Traditionen aus der Wüste. Der Islam hat Frauen niemals vorgeschrieben, ihr Gesicht zu verdecken.

Frage: Wie aber soll diese Aufklärung Europas konkret stattfinden? Muss es mehr Zentren für islamische Kultur geben, mehr Institute für interreligiösen Dialog?

Al-Aswani: Wenn das die arabischen Regierungen machen, wird daraus nichts. Sie sind viel zu bürokratisch und korrupt. Es gibt ja schon viele Moscheen und muslimische Zentren in Europa, aber die sind dominiert von wahhabitischen Strömungen und finanziert von saudischem Ölgeld. Wie heißt es so schön - wes Geld ich nehm, des Lied ich sing. Der moderate Islam aber ist der wirkliche Islam. Wir haben viel Arbeit vor uns. Wir können nicht erwarten, dass irgendwelche wohlmeinenden Europäer sich um das Image des Islams kümmern. Das müssen wir selbst tun, die Intellektuellen, die Nichtregierungsorganisationen und Einrichtungen wie die Al-Azhar-Universität in Kairo.

Frage: Was tut die Al-Azhar-Universität, über Jahrhunderte das einflussreichste Zentrum islamischer Gelehrsamkeit?

Al-Aswani: Entschieden zu wenig, die viel zu enge Verbindung von Al-Azhar mit der ägyptischen Regierung hat die Hochschule langsam und ineffizient gemacht. Im 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert war sie ein Zentrum des offenen Islams, und Ägypten eine offene Gesellschaft. Bei uns gab es das erste Kino, die erste Frau im Parlament, wir hatten als erstes muslimisches Land das Frauenwahlrecht. Die große Wende kam Anfang der achtziger Jahre: Da hieß es plötzlich aus der saudischen Ecke, eine Frau als Schauspielerin oder Sängerin, das sei gegen die Religion. Heute gibt es in Ägypten 17 saudische TV-Kanäle, die jeden Tag diesen engstirnigen Islam propagieren. Wenn Sie vor 30 Jahren in Ägypten gesagt hätten, Frauen sollten ihr Gesicht verdecken, hätte man Sie ausgelacht.

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Moslims zijn te lichtgeraakt

Uit der Tagesspiegel van 30 november, verfrissend geluid in het Minarettendebat

30-11-2009 - HAMED ABDEL-SAMAD - tagesspiegel

In Europa wird ein Maulkorb schneller gefertigt als jedes Gegenargument. Ein Gastkommentar des Politikwissenschaftlers und Historikers Hamed Abdel-Samad.

Europas Auseinandersetzung mit dem Islam befindet sich noch im infantilen Zustand. Infantil sind ebenfalls die Anforderungen und Ambitionen vieler Euro-Muslime. Das jetzt häufig als überraschend bezeichnete Votum der Schweizer gegen den Bau von Minaretten kommt mir in keinster Weise überraschend vor. Es ist eine natürliche Folge des Auseinanderdriftens der politischen und der öffentlichen Meinung bezüglich des Islam in ganz Europa. Während weite Teile der europäischen Bevölkerung berechtigte Ängste vor dem Islam haben, sehen die meisten Politiker die jüngste abrahamitische Religion und deren Anhänger als Bestandteil Europas. Sie liefern ihrer Bevölkerung dafür aber keine schlagkräftigen Argumente.

Aus Angst oder aus politischem und wirtschaftlichem Kalkül wird eine Appeasementpolitik gegenüber dem Islam betrieben, während die Ängste der eigenen Bevölkerung aus der politischen Debatte ausgeblendet werden. Nur im Rahmen einer scheinheiligen Integrationsdebatte tauchen diese Bedenken verkleidet wieder auf. Jedem Politiker, der es wagt, sie offen zu thematisieren, wird sofort Populismus und Stimmungsmache vorgeworfen. Eine Anzeige der Grünen gegen den Betroffenen wegen Volksverhetzung lässt gewöhnlich nicht lange auf sich warten. Und so wird der Maulkorb schneller gefertigt als jedes Gegenargument. Ergebnis: Das Volk verhetzt sich selbst, und die Angst vor dem Islam schlägt in Ressentiments um.

Für Nietzsche entsteht ein Ressentiment aus dem subjektiven Gefühl, ständig ungerecht behandelt zu werden. Und so sieht er die Psychologie des Ressentiments als Selbstvergiftung durch eine unvollzogene, gehemmte Rache. Rachegedanken, die nicht ausgeführt werden, seien laut Nietzsche wie ein Fieberanfall, den man nie loswird. Diese Metapher erklärt sowohl die antieuropäischen Ressentiments seitens der Muslime als auch antiislamische Ressentiments seitens der Europäer. Beide sind Ergebnis eines jahrhundertealten Fieberanfalls, der sich durch Misstrauen, Unehrlichkeit und unvollzogene Wutausbrüche nährt.

Vor acht Jahren entschied sich ein wütender Moslem, seinen Rachegelüsten freien Lauf zu lassen und jagte die Twin Towers von New York in die Luft. Er hat den Ton angegeben und seitdem tanzen wir alle nach seiner Pfeife. Die dänische Zeitung „Jyllands Posten“ antwortete vier Jahre später und platzierte eine Bombe im Turban des Propheten. Aufgebrachte Moslems gingen auf die Straße und bewarfen westliche Botschaften mit Molotowcocktails, um den Vorwurf des Terrorismus von ihrem Propheten abzuwenden. Kurz danach warf der Papst in seiner Regensburger Rede dem Islam vor, unvernünftig und gewalttätig zu sein. Wiederum gingen Muslime, unvernünftig und gewalttätig, auf die Straße, um auch diesen Vorwurf zu entkräften.

„Jyllands Posten“ brach mit den Mohammed-Karikaturen ein Tabu und so verlor das Land seine Jungfräulichkeit. Nun scheint auch die Schweiz ihre Unschuld verloren zu haben. Dafür bin ich den beiden Ländern sehr dankbar. Diese beiden Vorgänge haben keine neue Realität geschaffen, sondern die Gemütslage beider Seiten deutlicher gemacht. Europa hat Angst vor dem Islam, und Moslems wissen nicht, wie sie darauf reagieren können. Die Maulkörbe, die die Muslime den Islamkritikern zu verpassen versuchten, bewirkten genau das Gegenteil. Die islamische Überempfindlichkeit gegenüber Kritik führte zur Entstehung einer verkrampften Streitkultur, wo deutliche Meinungen unerwünscht waren.

Nach dem 11. September begnügten sich die islamischen Gemeinschaften in Europa mit Lippenbekenntnissen zu der Demokratie und leisteten kaum Beitrag zur Aufklärung. Als wäre nichts passiert, forcierten sie den Bau von repräsentativen Moscheen weiter, ohne die örtliche Bevölkerung dafür reichlich zu sensibilisieren. Oft gingen sie mit der Brechstange in die Debatte und gingen auf die Ängste und Bedenken ihrer Nachbar nicht ein. Statt sich der Debatte zu stellen, sind die meisten Muslime in Europa mit sich selbst beschäftigt. Ihre unreflektierte Verteidigung des Islam und ihre nur zögerliche Distanzierung vom Terrorismus ließen die Angst und das Misstrauen der Europäer ihnen gegenüber wuchern.

Dänemark und die Schweiz haben ihre Jungfräulichkeit verloren, und das ist gut so. Die kleinen Staaten haben angefangen und bald werden die großen auch folgen. Auch wenn es vielen nicht passt, finde ich es besser, wenn die Menschen laut und deutlich sagen, wie sie denken und was sie empfinden. Erst dann kann man ihnen antworten.

Ich hoffe, Moslems in der Schweiz und überall auf der Welt werden dieses Mal anders reagieren und das Votum der Schweizer als Anlass für eine differenzierte Debatte ohne große Emotionen sehen. Ich hoffe ebenfalls, dass Schweizer und Europäer erkennen werden, dass der Baustopp von Minaretten oder Moscheen kein Beitrag zur Abwehr gegen den fundamentalistischen Islam sein kann. Denn wenn Ali mich mit einem Messer bedroht, hilft es überhaupt nicht, wenn ich seinem Kind den Spielball wegnehme!

Der Autor ist Politikwissenschaftler und Historiker an der Universität München und Autor des Buches „Mein Abschied vom Himmel. Aus dem Leben eines Muslims in Deutschland“ (Fackelträger).

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Monday, August 03, 2009

Boerka en Jozef De Witte

Jozef De Witte over de nieuwe politierichtlijn inzake boerka's en identiteitscontroles (uit Het Nieuwsblad 1/8/9) :

"Volgens de politievakbonden is de nieuwe richtlijn uitgeschreven 'om niet te provoceren'. En zo staat het ook in de nota: 'Om te allen tijde de waardigheid van elke persoon te eerbiedigen'. 'Nochtans zouden ook mannelijke agenten een vrouw in boerka moeten kunnen controleren', meent NSVP-voorzitter Philip Van Hamme.

Jozef De Witte, directeur van het Centrum voor Gelijke Kansen, ziet geen probleem in de nieuwe regels. 'Als de politie denkt zo efficiënter te kunnen werken, denk ik niet dat we ons zorgen hoeven te maken', zegt hij."


Stel ik ben een hoofddoekdragende vrouw, die tegen de discriminatie vervat in de nieuwe richtlijn, eist om op éénzelfde manier behandeld te worden als een boerkadragende vrouw. Wat is dan de positie van De Witte en zijn Centrum voor Gelijke Kansen ?

Welke minderheid moet hier tegen welke andere minderheid beschermd worden ? En is instrumentalisme hier het antwoord ? Wat betekent 'efficiëntie' in deze ? En is gelijkheid efficiënter gegarandeerd als men de implementatie ervan bepaalt volgens omstandigheden ?

De Witte heeft eerder en elders (Maaseik, boerka's vs Keulen) al aangegeven geen graten te zien in de aanwezigheid van een fundamentalistische import-islam in onze contreien - we zijn tenslotte een tolerante en open samenleving. Hij beoefent hiermee een bijzondere vorm van cognitieve acrobatiek, want hij promoot het relativisme op basis van het essentialisme.

De boerka is onschuldig want onderdeel van een culturele multitude die moet geabsorbeerd kunnen worden door een beschaving die essentieel tolerant en open IS. Het ene essentialisme wordt dus gebruikt om het andere te veroordelen.

De intellectuele dissonantie die bovenstaande redenering al doorbloedt, komt nu echter volop aan de oppervlakte. Gelijkheid door ongelijkheid. Efficiëntie middels discriminatie. Het doel heiligt plots de middelen. Als een ongelijke toepassing van de wet, (ondermeer door de reductie van de gezagsdragers tot hun biologische karakteristieken; ondermeer ook door de ontkenning van puur kwantitatieve verschillen tussen mannelijke en vrouwelijke agenten), 'bijdraagt tot een meer efficiënt' politie-apparaat, dan zet uitgerekend het Centrum voor Gelijke Kansen de deur open voor willekeur.

Misschien is zijn positie ingegeven door zuivere pragmatiek : het loopt allemaal zo'n vaart niet met die boerka's, er zijn er amper enkele tientallen in België, ze zijn een minimale minderheid binnen de moslimgemeenschap; laat ons van een mug geen olifant maken.

Misschien. Toch blijft zo'n pragmatiek verbazend kortzichtig. Ze gaat straal voorbij aan de Grondwet (Hallo ? Centrum voor Gelijke Kansen ?) En men zet niets of niemand uit de wind door ordehandhaving à la carte. De instrumentalisering van het gelijkheidsprincipe stoelt op gammel denken, is cynisch, en een frontman van uitgerekend het Centrum voor Gelijke Kansen onwaardig. In alle omstandigheden.

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Friday, October 17, 2008

Ahmed Aboutaleb burgemeester !

De Marokkaans-Nederlandse PVDA'er Ahmed Aboutaleb wordt de nieuwe burgemeester van Rotterdam.

De man heeft een uitstekend politiek en maatschappelijk track-record, neemt geen blad voor de mond als het op de problemen van de Marokkaanse gemeenschap in Nederland aankomt, en staat symbool voor de hybriditeit die een grote stad als Rotterdam kenmerkt.

Leefbaar Nederland had het liever anders gezien. "Aboutaleb heeft én een dubbel paspoort én hij is moslim. Uitgerekend zo'n man moet leiding geven aan een stad waar een groot deel van de allochtone bevolking categorisch weigert te integreren ? Dat geloof je toch niet !?", zo liet deze partij optekenen bij monde van Dries Mosch.

Voor velen in de stad van wijlen Pim Fortuyn voelt de aanduiding van Ahmed Aboutaleb wellicht als een koude douche. Leefbaar Nederland toont zich alvast ontevreden. Maar voor velen anderen is de komst van Aboutaleb ronduit schitterend nieuws.

De PVDA draagt nu naast de burgemeestersjerp van Amsterdam en Utrecht ook die van Rotterdam. De partij legt daarmee de hand op stevige troefkaarten in het steden- en integratiebeleid. Als integratie ook maar iets te maken heeft met inschakeling van de allochtone gemeenschap in het economische en sociale weefsel, dan zouden we daar zeer binnenkort resultaat moeten van gaan zien. En in de mate dat integratie te maken heeft met het doorbreken van de eigen culturele ghetto-mentaliteit, dient zich met Aboutaleb een uitmuntende whip aan !

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Friday, September 12, 2008

Muslim integration in Brussels and Detroit

The Brussels Institute for European Studies at Vrije Universiteit Brussel published a report on the integration of muslims in Brussels, based on a comparative study of the situation of muslims in Detroit, the city with the highest density of muslims in the US.

Download a pdf version of the report here

Some of the recommendations in the report are controversial, as they are linked to the highly contentious issues of the hijab/headscarf, the question of education and failing school careers, as well as the perceived reliance of immigrants on the welfare system.

The two leading Flemish newspapers De Morgen and De Standaard make note of the report's publication, but reveal diverging perspectives on the matter. Tellingly, De Standaard turns a quote from the report into a sensationalist headline evoking immediate and strong responses from the reader. At the same time, it is the only paper including a dissenting voice in its reporting.

Read for yourself :
De Morgen : Respect en tolerantie sleutel tot geslaagde integratie moslims

De Standaard : 'Laat moslims bidden op het werk'

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Saturday, March 22, 2008

Majority islam ?

I plucked the message below from a forum at Le Figaro, debating an article about the demographics of islam in Brussels.
Studies hint at a majority muslim population in Brussels within 15 to 20 years. If you see no reason for concern, read the friendly message of dawah below :
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22/03/2008 05:00
Mahlik : Sur quelle liste ?
Tito l'a bien dit, l'islam est une religion d'amour, de paix et de tolérance. La meilleure qui soit.
Le temps des croisades est révolu. Personne ne vous demande de nous combattre. Nous ne sommes pas vos ennemis. Vous n'avez tout simplement pas le choix, et je le dis en toute amitié !
Je ne suis pas du tout fanatique, je suis simplement lucide. Nous serons bientôt plus nombreux que vous. C'est par le nombre que s'impose une culture. Vous avez eu votre époque de gloire, c'est à notre tour maintenant.
La conversion est l'hypothèse la plus sage.
Inch'Allah !

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Hope those eggs don't hatch...

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Friday, February 22, 2008

Stouthuysen vermaant

Vanwege de professor, een grondige refutatie van mijn stuk 'De pot verwijt de ketel'
Gepubliceerd in De Morgen, 22/02/08.

"De pot en de ketel

Dat er in Vlaanderen niet echt een debatcultuur bestaat, merk je vooral als er dan al eens gepolemiseerd wordt. Onmiddellijk wordt er dan op de man gespeeld. Jan De Pauw (DM 21/2) reageert op een opiniestuk van Bilal Benyaich (DM 19/2). Goed zo, denk je dan: laat honderd bloemen bloeien. Maar waarom moet dat dan weer op die toon?

Waarom uitdrukkingen gebruiken als "de pot verwijt de ketel", waarom diegene over wie je schrijft vertellen dat hij "professionele begeleiding moet inroepen", waarom andermans denken als "wirwar" omschrijven? Waarom moet iemand met wie je het intellectueel oneens bent meteen ook weer door de mangel gehaald worden? Waarom moet dat altijd op die toon van we-zullen-hem-eens-alle-hoeken-van-de-kamer-laten-zien? Schiet het debat, dat over bijzonder wezenlijke kwesties gaat, ook maar een millimeter op door op deze manier mensen met een andere mening te schofferen? Komaan, dat kan toch ook anders. Op deze manier sla je elk debat dood. Dat kan toch niet de bedoeling zijn.

Patrick Stouthuysen, vakgroep politieke wetenschappen, VUB"

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Thursday, February 21, 2008

De pot verwijt de ketel

In reactie op Bilal Benyaich's 'Het ene multiculturalisme is het andere niet' (De Morgen, 19/2/2008).

Gepubliceerd in De Morgen van 21/2/2008 :

De pot verwijt de ketel...

... om het met een oud Vlaams spreekwoord te zeggen. Volgens Bilal Benyaich, in zijn stuk "Het ene multiculturalisme is het andere niet" (De Morgen, 19/02/2008), wordt er nogal wat aan "conceptual stretching" gedaan in het debat omtrent de multiculturele samenleving, en de relatie van de islam met het westen. Die al te nonchalante omgang met de begrippen zou dan vooral blijken uit de manier waarop het Britse multiculturalisme wordt gelijk gesteld aan het Europese of Belgische. Hoog tijd om te achterhalen wie nu eigenlijk zwart ziet...

Misschien moet Benyaich voor zijn eigen hersengymnastiek wat professionele begeleiding inroepen, want zijn stuk wemelt van de tegenstrijdigheden. Over institutionalisering bijvoorbeeld : "In het Britse multiculturele model is men een eindje gevorderd in het institutionaliseren van groepsverschillen en hebben confessionele gemeenschappen religieuze autonomie op beperkte delen van een aantal levensdomeinen." Voor Benyaich voldoende reden om de invoering van de sharia in Engeland als valabel te begrijpen. Met andere woorden, de interne wetmatigheid van de instituten dicteert dus de inrichting van een samenleving ? Prat gaan op het vloeiende, meerlagige en samengestelde karakter van "open burgerschap", en toch zoveel determinisme aan de dag leggen..

Ten eerste ontgaat het hem blijkbaar dat onze rechtstaat eveneens wel al een "eindje gevorderd" is inzake instituten en ontwikkelingen - maar vermoedelijk is dat een detail. Ten tweede lijkt hij handig te vergeten dat sharia ook hier bij ons reeds wordt toegepast, bijvoorbeeld in de Molenbeekse gemeentescholen die allemaal onverkort halal voedsel serveren. Misschien kan men zoiets geen instituut noemen, maar het heeft wel verdacht veel weg van een verworven recht. Benyaich vraagt verder om differentiatie in het debat, maar beperkt zich zelf tot een tweedeling tussen de Britten enerzijds, en de continentalen anderzijds, alsof het Franse samenlevingsmodel zomaar gelijk is aan het Nederlandse. Tenslotte, en voor een interculturele particularist als Benyaich toch een cruciale kwestie durf ik te denken : wat is de rol van het vrije individu, van leerprocessen, maatschappelijke dialoog en ontwikkeling ? Die lijkt verwaarloosbaar, als het instituut regeert.

Meteen nadat je als lezer deze wirwar hebt opengelegd, geraak je alweer verstrikt in het volgende kluwen. Want, zo stelt Benyaich, het is uiteindelijk toch niet dat multiculturalisme wat telt, dat is slechts een alibi om versteende, polariserende culturele identiteiten in te voeren, die niets anders voortbrengen dan miserie en ellende. Waar het wèl om gaat, zo wordt op redelijk revolutionaire toon gesteld, is het interculturele. "De toekomst is aan de interculturelen". Fijn. Anders dan het multiculturalisme streven de interculturalisten naar een maatschappelijk discours dat zoemt als een polyfonie van culturele invloeden, biografische bijzonderheden, familiale, geografische contextualiteiten en dies meer. Identiteit is "meerlagig, meervoudig, samengesteld". 'Boeiend vloeiend', mochten ze daar nog op zoek zijn naar de juiste catchphrase. Vreemd genoeg blijkt die gelaagdheid niet te gelden voor de Vermeerschen, van Istendaels, Barnards (laten we zijn recht om als vijand erkend te worden honoreren) én nationalisten én islamisten én populisten, want zij hebben slechts één kenmerk, met name dat ze allemaal een monocultureel hersenspinsel nastreven. Verbazingwekkend hoe een interculturalist de scherpte en luciditeit aan de dag legt om het hele politieke en ideologische spectrum in één hutsepot te draaien, en die hutsepot meteen een versteende, monoculturele essentie mee te geven. Tenslotte, in een Vlaamse bouillabaise is het toch ook het merg wat telt niet ? Schrikbarend ook hoe het principe van de interculturaliteit zélf geldt als demarcatie voor een 'wij' tegenover 'zij', waarmee meteen de polarisatie die men bestrijdt, langs de achterdeur weer wordt ingevoerd.

Het conceptual stretching waartegen Benyaich zich uitspreekt, dreigt hem zelf te verstrengelen. Is er een Vlaamse scout in de zaal ergens, om deze knoop te ontwarren ?

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Wednesday, February 20, 2008

Islam en beschaving


(cartoon by Sturt Krygsman)

"Si toutes les cultures se valent, tous les propos, toutes les propositions se valent". Dus geldt ook de negatie van deze bewering.

Uit de paradox blijkt de onhoudbaarheid van de stelling. Tenzij men zou opereren binnen een quantum modus, maar daarvoor is het dan echt wel nodig om de westerse wetenschappelijke evolutie te kennen, en de basisprincipes ervan te onderschrijven. Waarmee bovenstaande stelling opnieuw wordt ondermijnd...

Freddy Bracke grijpt het aan voor een bijzonder lezenswaardige bespiegeling over de islam en oriëntaalse culturen in verhouding tot het westen. Te vinden op de Knack Blog.

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