Monday, January 11, 2010

Mohammeds wahres Gesicht ist schwer zu ertragen

Daniele Dell’Agli - Die Welt - Berlin, 8-1-10


Nach dem Attentat auf den Mohammed-Karikaturisten Kurt Westergaard wird wieder über die Grenzen der Satire gestritten. Dabei vergessen viele, um wen es hier eigentlich geht, beklagt der Philosoph Daniele Dell’Agli. Schließlich startete Mohammed seine Karriere als Karawanenräuber und Mörder.

Der schwelende Streit um die dänischen Mohammed-Karikaturen glimmt nach dem Attentat gegen ihren Zeichner Westergaard wieder auf, und alle Beteiligten tun so, als ob sie nicht wüssten, warum.

Die einen, moslemische Verbandssprecher und islamophile Europäer, machen nach wie vor verletzte religiöse Gefühle geltend, die je nachdem mit verbaler Empörung oder mit gewaltsamen Aktionen geschützt bzw. geahndet werden müssen; die anderen machen das Grundrecht auf Meinungsfreiheit geltend, das sie je nachdem für unantastbar oder für begrenzt – in Ausnahmefällen – suspendierbar erklären.

Alle sind sich jedoch darin einig, dass die Mohammed-Karikaturen deswegen Anstoß erregen, weil ihre Darstellung der Gestalt des Propheten nicht gerecht wird. Die einen nennen das Verleumdung, die anderen Satire.

Nun gibt es zwar viele Definitionen von Satire, doch keine, die den Tatbestand der Unwahrheit oder der Lüge beinhaltet; stets wird konzediert, dass satirische Darstellungen allenfalls übertreiben, um – in polemischer oder unterhaltender Absicht (beides schließt sich nur in Deutschland aus) – den Wahrheitskern eines Skandals oder eines im übrigen allgemein bekannten Missstands zu verdeutlichen.

Mehr noch: Die allgemeine Bekanntheit des jeweiligen historischen, politischen oder biografischen Hintergrunds ist sogar Voraussetzung für die satirische Absicht, sie würde sonst wirkungslos verpuffen. Worauf zielt die satirische Attacke in diesem Fall?

Ganz einfach darauf, dass der Begründer des Islam seine Karriere als Karawanenräuber und Mörder begonnen und als Herrscher von Medina Attentate auf politische Gegner sowie den Genozid an den dort ansässigen jüdischen Stämmen befohlen hat. Das sind historisch auch unter moslemischen Gelehrten unstrittige Tatsachen, die mindestens jedem Gebildeten der Nordhemisphäre hinlänglich bekannt sind.

Die Karikaturen, genauer: eine einzige der inkriminierten Zeichnungen hat an diesen wenig rühmlichen Auftakt islamischer Welteroberung erinnert – und damit offensichtlich sowohl viele Moslems als auch die meisten Verfechter demokratischer Werte hoffnungslos überfordert.

Diese, weil sie ihr publizistisches Berufsethos verleugnen müssen, um jede mehr als halbherzige Verteidigung der Karikaturen – also jede Verteidigung nicht nur der Form, sondern auch des Inhalts nach – zu vermeiden, die, wie sie fürchten, unabsehbare Reaktionen der ohnehin ständig gereizten islamischen Befindlichkeiten zur Folge haben könnte.

Jene, die selbsternannten Vertreter des Islams, weil die Konfrontation mit dem wahren Gesicht des Propheten für sie, die doch nach seinem Vorbild zu leben trachten, unerträglich sein und um jeden Preis verleugnet werden muss – am besten indem man dafür sorgt, dass ausschließlich über die Verletzung ihrer „religiösen Gefühle“ gesprochen wird.

Beide Parteien sind also nach wie vor nicht bereit, sich dem eigentlichen Gegenstand der von den Karikaturen (die schon deshalb alles andere als „dumm“ oder „plump“ sind) provozierten Auseinandersetzung zu stellen: dass islamische Attentäter sich nicht nur im Einklang mit dem Geiste vieler Koransuren und der meisten ihrer Kommentare wissen, sondern sich für ihre Bluttaten obendrein auf das persönliche Vorbild Mohammeds berufen können.

Für alle anderen Anhänger seiner Religion, die weiterhin vergeblich – im Duett mit ihren linksliberalen Apologeten – mit den Trommeln einer angeblichen Islamophobie rasseln, um diesen fatalen Zusammenhang zu verschleiern, hat das allerdings integrationspolitische Folgen.

Solange sie nicht bereit sind, die historische Autorität des Propheten ebenso kritisch zu relativieren wie seine Lehren, können sie einen Unterschied zwischen Islam und Islamismus, der schon theologisch widersinnig wäre, nicht für sich reklamieren.

Und solange sie glauben, im Europa des 21. Jahrhunderts nach Weisungen und Regeln aus dem Orient des 7. bis 10. Jahrhunderts leben zu sollen, brauchen sie nicht darüber klagen, dass man ihnen zutraut, jederzeit auch den kriegerischen Losungen ihres Religionsstifters entsprechend zu handeln oder solches Handeln Gleichgesinnter gutzuheißen.

Daniele Dell’Agli ist Philosoph und Literaturwissenschaftler in Berlin.

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Tuesday, January 05, 2010

Hamed Abdel-Samad : Und es gibt ihn doch ...

Over de markante levensloop van de Duits-Egyptische auteur Hamed Abdel-Samad, een interessant artikel in Der Spiegel

Hieronder zijn tekst uit Der Tagesspiegel van 5 januari '10 :

Und es gibt ihn doch – den Islam!Spätestens nach dem vereitelten Attentat auf den Zeichner der Mohammed-Karikaturen, Kurt Westergaard, sollte den Europäern ein Licht aufgehen: Der radikale Islam ist auf dem Vormarsch.

Nach dem erfolglosen Klimagipfel in Kopenhagen will die dänische Hafenstadt nicht zur Ruhe kommen. Am Heiligabend waren 760 Wohnungen von Einbrechern verwüstet und ausgeraubt worden. Meine war eine davon. Aber das betrübte die lockere Stimmung kaum. Skaet er skaet, passiert ist passiert, kommentierte mein dänischer Nachbar, der auch beraubt wurde, die Ereignisse gelassen. Doch pünktlich zum neuen Jahr wurde die Stadt durch das vereitelte Attentat auf den 74-jährigen Karikaturisten Kurt Westergaard erschüttert. Mehr als vier Jahre nach den umstrittenen Mohammed-Karikaturen wollte ein 28-jähriger Somali mit Axt und Messer Rache üben.

Das Attentat erinnerte mich erneut an den Weihnachtsabend, aber diesmal nicht an die Raubserie, sondern an ein anderes vereiteltes Attentat – das auf ein amerikanisches Passagierflugzeug. Auch da war der Paradieskandidat ein Muslim mit schwarzafrikanischem Hintergrund.

Oft wird behauptet, der Westen gestalte die Globalisierung, die Asiaten gingen damit kreativ um, die Muslime seien reaktionär und die Afrikaner passiv. Wie schaut es nun mit denen aus, die Afrikaner und Muslime zugleich sind? Wie passiv sind sie? Über die Scharia in Nigeria, den Bürgerkrieg in Somalia und Darfur will ich gar nicht sprechen.

Ungeachtet dessen wird der afrikanische Islam nicht selten als Beweis für die Heterogenität und Anpassungsfähigkeit des Islam gepriesen. Er galt lange als Argument, dass es „den einen Islam“ nicht gibt. Selbstverständlich ist der Islam vielfältig in seinen Strömungen und Ausprägungen, und natürlich kann niemand behaupten, dass über eine Milliarde Muslime zwischen Indonesien und Marokko eine gleichgeschaltete Masse bilden – und dennoch kann man von einem Islam sprechen. Denn die Unterschiede mögen für Theologen, Ethnologen und Kunsthistoriker von Interesse sein, politisch gesehen sind sie ziemlich irrelevant. Wenn wir vom Islam reden, meinen wir nicht volkstümliche Erscheinungsbilder, sondern meist die politische Ideologie und die Geisteshaltung, die dem Glaubenssystem Islam entspringen. Es geht um den Islam, der den Westen als eine feindselige gleichgeschaltete Masse sieht und sich davon in jeder Form abgrenzt.

„Ich bin sicher, dass sich die gesamte somalische Gemeinschaft in Dänemark gegen diesen Anschlag auf Westergaard wendet“, sagte der Sprecher der Gemeinschaft, Mohammed Gelle; eine ziemlich gewagte Behauptung, wenn man bedenkt, dass 16 000 Somali in Dänemark leben. Aber es ist keine überraschende Stellungnahme für jemanden, der den Islam „eine Religion des Friedens“ nennt.

Wenn Muslime selbst vom Islam reden, im Zusammenhang etwa mit der Einführung von Islamunterricht an europäischen Schulen oder der Beantragung des Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts, dürfen sie von einem einzigen Islam reden. Wenn Muslime von der „Religion des Friedens“ sprechen, sagen sie nicht, welchen Islam sie meinen. Wenn aber Islamkritik auftaucht, kommt ein Taschenspielertrick, um die Kritik abzuwürgen: Von welchem Islam reden Sie überhaupt?

Von welchem Alkohol reden wir, wenn wir sagen: „Viel Alkohol schadet der Gesundheit“? Ja, Alkohol wird zur Herstellung von Medizin oder zum Kochen verwendet, doch um diese Funktionen geht es nicht, wenn wir von den sozialen Auswirkungen des Alkohols sprechen. Ja, es gibt viele Sorten von Alkohol mit unterschiedlichen Wirkungen. Auf die Menge kommt es an, und genauso verhält es sich mit dem Islam. Hochprozentiger Islam in großen Mengen schadet dem Zusammenleben und hemmt die Integration, denn dieser Islam teilt die Welt in Freund und Feind, Gläubige und Ungläubige ein und duldet keine Identitäten neben sich. Es geht nicht um Muslime, die die spirituelle Seite des Islam betonen, sondern um diejenigen, die in jeder Alltagssituation zur Flasche der Dogmen greifen.

Drei Tage vor dem Attentat auf Westergaard saß ich im Büro von Flemming Rose, Kulturredakteur der dänischen Zeitung „Jyllands Posten“ und Urheber der Idee der Mohammed-Karikaturen. Die Karikaturen waren nicht Thema unseres Gesprächs. Ich erzählte ihm von einem auffälligen Phänomen, das meine Aufmerksamkeit weckte: Es ging um zahlreiche somalische Frauen, die voller Stolz mit ihren Kopftüchern in Kopenhagen herumlaufen. Das Muslimsein, das ihre afrikanische Identität offenbar annulliert hatte, scheint für sie die einzige Quelle des Selbstbewusstseins zu sein.

Häufig beklagen Afrikaner in Europa zunehmende Diskriminierung, nicht nur durch Autochthone, sondern auch durch Menschen mit Migrationshintergrund. Wenn sie sich aber zum Islam bekennen, steigen sie aus ihrer Sicht sozial auf, denn die Rasse wird damit durch die Religion ersetzt – und plötzlich werden sie als Brüder und Schwestern anerkannt. Manche übertreiben auch und entscheiden sich für den Terror als Kommunikationsstrategie, um ihre Zugehörigkeit zur Umma zu betonen, so wie der nigerianische und der somalische Attentäter.

Es ist keine Frage von Zentrum und Peripherie mehr. Egal ob in Kairo, Karatschi, Lagos, Jakarta, Berlin oder Kopenhagen: Der radikale Islam ist auf dem Vormarsch. Es geht nicht um das, was im Koran steht, sondern um die Haltung der meisten Muslime zu diesem Buch als dem letzten Wort Gottes und als ein Orakel, das man zu allem befragt. Alkohol ist nicht von Natur aus böse, er steigert nur die Stimmung, die bereits vorhanden ist, macht die Passiven passiver und die Aggressiven aggressiver. Und die Stimmung in der islamischen Welt scheint gegenwärtig mies zu sein. Diese islamische Welt ist aber nicht mehr die ferne exotische Welt hinter dem Meer. Sondern Muslime leben hier in Europa, haben Ansprüche und wollen sichtbarer werden. All das ist in Ordnung, aber zu welchen Konditionen?

Wie will Europa mit Menschen zusammenleben, die nicht dabei waren, als die Europäer die Regeln des Zusammenlebens festgelegt haben, und sich nicht verpflichtet fühlen, diese mitzutragen? Sagen wir skaet er skaet? Wird erneut die Rede von Einzeltätern sein, die den Islam entführt haben? Diskutieren wir weiter über die Heterogenität des Islam, bis die Debatte, wie immer, im Sand verläuft? Oder wird man endlich mit Muslimen über die Regeln des Zusammenlebens deutlicher und mutiger verhandeln müssen? Für mich hat nur ein „Islam Light“ in Europa eine Zukunft: Islam ohne Scharia, ohne Dschihad, ohne Geschlechter-Apartheid, ohne Missionierung und ohne Anspruchsmentalität.

Das berühmte Zitat des Rechtsphilosophen Ernst-Wolfgang Böckenförde „Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann“ wird gerne durch religiöse Institutionen so verstanden, als seien die Religionen die einzigen Lieferanten dieser Voraussetzungen als Erzeuger von Moral und Solidarität. Ich dagegen interpretiere Böckenfördes These so, dass jede Demokratie nicht nur von den Gesetzen, sondern auch von der Geisteshaltung der Menschen lebt, die diese Gesetze hervorgebracht haben. Viele zugewanderte Muslime in Europa befinden sich außerhalb dieses Konsenses, da sie die europäischen Erfahrungen, die diese Geisteshaltung zustande brachten, nie teilten. Sie halten ihre eigene Geisteshaltung für höher und moralischer. Auch darüber muss verhandelt werden.

Der Autor ist Politikwissenschaftler und Historiker an der Universität München und Autor des Buches „Mein Abschied vom Himmel. Aus dem Leben eines Muslims in Deutschland“ (Fackelträger).



(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 05.01.2010)

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Wednesday, December 02, 2009

Over perceptie en projectie

Voor de verandering nog eens een oproep aan de liberale moslim :

30-11-2009 - Martin Gehlen itv. Alaa Al-Aswani - die zeit


Der ägyptische Schriftsteller Alaa Al-Aswani sieht nach dem Minarett-Verbot in der Schweiz liberale Moslems gefordert. Sie müssten in Europa für ein anderes Islam-Bild werben.

Frage: Herr Aswani, die Schweizer haben per Referendum den Bau von Minaretten mit überraschend klarer Mehrheit verboten. Was bedeutet diese Entscheidung?

Alaa Al-Aswani: Ich bin nicht überrascht. Ich war erst kürzlich in der Schweiz zu einer Lesung. Es ist falsch, zu denken, die Hälfte der dortigen Bürger seien Rassisten. Sie haben vielmehr Angst vor einer Religion, von der sie praktisch nichts wissen, und die in den Medien nur noch in Verbindung gebracht wird mit Terrorismus und Bomben. Zudem wird das Bild des Islams in Europa sehr geprägt von der wahhabitischen Strömung aus Saudi-Arabien, die extrem engstirnig und aggressiv ist. Wir übrigen Muslime haben bei der Aufgabe versagt, das wirkliche Gesicht des Islams zu vermitteln, seine Toleranz und seine Offenheit.

Frage: Ist die Schweizer Entscheidung Indiz für wachsende anti-islamische Ressentiments?

Al-Aswani: Wir müssen diese Abstimmung sehr ernst nehmen. Die Schweiz ist ein multikulturelles Land im Herzen von Europa. Hier leben Menschen in vier Sprachen zusammen. Die Schweiz ist eine vorbildliche Demokratie. Insofern zeigt das Votum klar, wie die Menschen in Europa inzwischen denken. Was in der Schweiz geschehen ist, kann in jedem anderen Land passieren. Ich habe keinen Zweifel, in Deutschland hätten noch mehr Leute gegen Minarette gestimmt.

Frage: Was müssen die Muslime besser machen?

Al-Aswani: Man kann von niemandem in Europa erwarten, dass er sich in seinem Leben genaue Kenntnisse über den Islam aneignet. Wie der Islam in der Welt wahrgenommen wird, das ist primär unsere Verantwortung. Ich habe den Mufti von Ägypten vor Wochen aufgefordert, einen Professor für islamische Zivilisation in die Schweiz zu schicken, damit er den Menschen dort die Bedeutung des Minaretts erklärt. Minarett bedeutet in der arabischen Sprache "Ort des Lichtes", es ist kein Kriegssymbol und hat nichts mit Gewalt zu tun.

Frage: Was war die Reaktion des Muftis?

Al-Aswani: Nichts. Er hat einen Beobachter für das Referendum entsandt, der Mann traf am Sonntag in der Schweiz ein - sozusagen nach der Abstimmung. Zum Referendum gab es ein Plakat mit Minaretten als Raketen und mit einer Frau, die voll verschleiert ist. Wir müssen dem Schweizer Volk erklären, dass die Verschleierung von Frauen nichts mit dem Islam zu tun hat. Das sind Traditionen aus der Wüste. Der Islam hat Frauen niemals vorgeschrieben, ihr Gesicht zu verdecken.

Frage: Wie aber soll diese Aufklärung Europas konkret stattfinden? Muss es mehr Zentren für islamische Kultur geben, mehr Institute für interreligiösen Dialog?

Al-Aswani: Wenn das die arabischen Regierungen machen, wird daraus nichts. Sie sind viel zu bürokratisch und korrupt. Es gibt ja schon viele Moscheen und muslimische Zentren in Europa, aber die sind dominiert von wahhabitischen Strömungen und finanziert von saudischem Ölgeld. Wie heißt es so schön - wes Geld ich nehm, des Lied ich sing. Der moderate Islam aber ist der wirkliche Islam. Wir haben viel Arbeit vor uns. Wir können nicht erwarten, dass irgendwelche wohlmeinenden Europäer sich um das Image des Islams kümmern. Das müssen wir selbst tun, die Intellektuellen, die Nichtregierungsorganisationen und Einrichtungen wie die Al-Azhar-Universität in Kairo.

Frage: Was tut die Al-Azhar-Universität, über Jahrhunderte das einflussreichste Zentrum islamischer Gelehrsamkeit?

Al-Aswani: Entschieden zu wenig, die viel zu enge Verbindung von Al-Azhar mit der ägyptischen Regierung hat die Hochschule langsam und ineffizient gemacht. Im 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert war sie ein Zentrum des offenen Islams, und Ägypten eine offene Gesellschaft. Bei uns gab es das erste Kino, die erste Frau im Parlament, wir hatten als erstes muslimisches Land das Frauenwahlrecht. Die große Wende kam Anfang der achtziger Jahre: Da hieß es plötzlich aus der saudischen Ecke, eine Frau als Schauspielerin oder Sängerin, das sei gegen die Religion. Heute gibt es in Ägypten 17 saudische TV-Kanäle, die jeden Tag diesen engstirnigen Islam propagieren. Wenn Sie vor 30 Jahren in Ägypten gesagt hätten, Frauen sollten ihr Gesicht verdecken, hätte man Sie ausgelacht.

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Moslims zijn te lichtgeraakt

Uit der Tagesspiegel van 30 november, verfrissend geluid in het Minarettendebat

30-11-2009 - HAMED ABDEL-SAMAD - tagesspiegel

In Europa wird ein Maulkorb schneller gefertigt als jedes Gegenargument. Ein Gastkommentar des Politikwissenschaftlers und Historikers Hamed Abdel-Samad.

Europas Auseinandersetzung mit dem Islam befindet sich noch im infantilen Zustand. Infantil sind ebenfalls die Anforderungen und Ambitionen vieler Euro-Muslime. Das jetzt häufig als überraschend bezeichnete Votum der Schweizer gegen den Bau von Minaretten kommt mir in keinster Weise überraschend vor. Es ist eine natürliche Folge des Auseinanderdriftens der politischen und der öffentlichen Meinung bezüglich des Islam in ganz Europa. Während weite Teile der europäischen Bevölkerung berechtigte Ängste vor dem Islam haben, sehen die meisten Politiker die jüngste abrahamitische Religion und deren Anhänger als Bestandteil Europas. Sie liefern ihrer Bevölkerung dafür aber keine schlagkräftigen Argumente.

Aus Angst oder aus politischem und wirtschaftlichem Kalkül wird eine Appeasementpolitik gegenüber dem Islam betrieben, während die Ängste der eigenen Bevölkerung aus der politischen Debatte ausgeblendet werden. Nur im Rahmen einer scheinheiligen Integrationsdebatte tauchen diese Bedenken verkleidet wieder auf. Jedem Politiker, der es wagt, sie offen zu thematisieren, wird sofort Populismus und Stimmungsmache vorgeworfen. Eine Anzeige der Grünen gegen den Betroffenen wegen Volksverhetzung lässt gewöhnlich nicht lange auf sich warten. Und so wird der Maulkorb schneller gefertigt als jedes Gegenargument. Ergebnis: Das Volk verhetzt sich selbst, und die Angst vor dem Islam schlägt in Ressentiments um.

Für Nietzsche entsteht ein Ressentiment aus dem subjektiven Gefühl, ständig ungerecht behandelt zu werden. Und so sieht er die Psychologie des Ressentiments als Selbstvergiftung durch eine unvollzogene, gehemmte Rache. Rachegedanken, die nicht ausgeführt werden, seien laut Nietzsche wie ein Fieberanfall, den man nie loswird. Diese Metapher erklärt sowohl die antieuropäischen Ressentiments seitens der Muslime als auch antiislamische Ressentiments seitens der Europäer. Beide sind Ergebnis eines jahrhundertealten Fieberanfalls, der sich durch Misstrauen, Unehrlichkeit und unvollzogene Wutausbrüche nährt.

Vor acht Jahren entschied sich ein wütender Moslem, seinen Rachegelüsten freien Lauf zu lassen und jagte die Twin Towers von New York in die Luft. Er hat den Ton angegeben und seitdem tanzen wir alle nach seiner Pfeife. Die dänische Zeitung „Jyllands Posten“ antwortete vier Jahre später und platzierte eine Bombe im Turban des Propheten. Aufgebrachte Moslems gingen auf die Straße und bewarfen westliche Botschaften mit Molotowcocktails, um den Vorwurf des Terrorismus von ihrem Propheten abzuwenden. Kurz danach warf der Papst in seiner Regensburger Rede dem Islam vor, unvernünftig und gewalttätig zu sein. Wiederum gingen Muslime, unvernünftig und gewalttätig, auf die Straße, um auch diesen Vorwurf zu entkräften.

„Jyllands Posten“ brach mit den Mohammed-Karikaturen ein Tabu und so verlor das Land seine Jungfräulichkeit. Nun scheint auch die Schweiz ihre Unschuld verloren zu haben. Dafür bin ich den beiden Ländern sehr dankbar. Diese beiden Vorgänge haben keine neue Realität geschaffen, sondern die Gemütslage beider Seiten deutlicher gemacht. Europa hat Angst vor dem Islam, und Moslems wissen nicht, wie sie darauf reagieren können. Die Maulkörbe, die die Muslime den Islamkritikern zu verpassen versuchten, bewirkten genau das Gegenteil. Die islamische Überempfindlichkeit gegenüber Kritik führte zur Entstehung einer verkrampften Streitkultur, wo deutliche Meinungen unerwünscht waren.

Nach dem 11. September begnügten sich die islamischen Gemeinschaften in Europa mit Lippenbekenntnissen zu der Demokratie und leisteten kaum Beitrag zur Aufklärung. Als wäre nichts passiert, forcierten sie den Bau von repräsentativen Moscheen weiter, ohne die örtliche Bevölkerung dafür reichlich zu sensibilisieren. Oft gingen sie mit der Brechstange in die Debatte und gingen auf die Ängste und Bedenken ihrer Nachbar nicht ein. Statt sich der Debatte zu stellen, sind die meisten Muslime in Europa mit sich selbst beschäftigt. Ihre unreflektierte Verteidigung des Islam und ihre nur zögerliche Distanzierung vom Terrorismus ließen die Angst und das Misstrauen der Europäer ihnen gegenüber wuchern.

Dänemark und die Schweiz haben ihre Jungfräulichkeit verloren, und das ist gut so. Die kleinen Staaten haben angefangen und bald werden die großen auch folgen. Auch wenn es vielen nicht passt, finde ich es besser, wenn die Menschen laut und deutlich sagen, wie sie denken und was sie empfinden. Erst dann kann man ihnen antworten.

Ich hoffe, Moslems in der Schweiz und überall auf der Welt werden dieses Mal anders reagieren und das Votum der Schweizer als Anlass für eine differenzierte Debatte ohne große Emotionen sehen. Ich hoffe ebenfalls, dass Schweizer und Europäer erkennen werden, dass der Baustopp von Minaretten oder Moscheen kein Beitrag zur Abwehr gegen den fundamentalistischen Islam sein kann. Denn wenn Ali mich mit einem Messer bedroht, hilft es überhaupt nicht, wenn ich seinem Kind den Spielball wegnehme!

Der Autor ist Politikwissenschaftler und Historiker an der Universität München und Autor des Buches „Mein Abschied vom Himmel. Aus dem Leben eines Muslims in Deutschland“ (Fackelträger).

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Tuesday, December 01, 2009

Zwitserland op de spits

Die Weltwoche zet een stevige schouder tegen de wind van verontwaardiging in, en verzamelt zijn stemmen en stukken in dit overzicht van het Grote Minaretten Debat.

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Wednesday, November 25, 2009

De Beschavingsmachine

Ico Maly en zijn nieuwe boek De Beschavingsmachine. Promotionele Analyse. Getuige van het ware linkse geloof in Bildung und der gute Mensch. Voor de meerwaardezoeker...

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Monday, August 03, 2009

Boerka en Jozef De Witte

Jozef De Witte over de nieuwe politierichtlijn inzake boerka's en identiteitscontroles (uit Het Nieuwsblad 1/8/9) :

"Volgens de politievakbonden is de nieuwe richtlijn uitgeschreven 'om niet te provoceren'. En zo staat het ook in de nota: 'Om te allen tijde de waardigheid van elke persoon te eerbiedigen'. 'Nochtans zouden ook mannelijke agenten een vrouw in boerka moeten kunnen controleren', meent NSVP-voorzitter Philip Van Hamme.

Jozef De Witte, directeur van het Centrum voor Gelijke Kansen, ziet geen probleem in de nieuwe regels. 'Als de politie denkt zo efficiënter te kunnen werken, denk ik niet dat we ons zorgen hoeven te maken', zegt hij."


Stel ik ben een hoofddoekdragende vrouw, die tegen de discriminatie vervat in de nieuwe richtlijn, eist om op éénzelfde manier behandeld te worden als een boerkadragende vrouw. Wat is dan de positie van De Witte en zijn Centrum voor Gelijke Kansen ?

Welke minderheid moet hier tegen welke andere minderheid beschermd worden ? En is instrumentalisme hier het antwoord ? Wat betekent 'efficiëntie' in deze ? En is gelijkheid efficiënter gegarandeerd als men de implementatie ervan bepaalt volgens omstandigheden ?

De Witte heeft eerder en elders (Maaseik, boerka's vs Keulen) al aangegeven geen graten te zien in de aanwezigheid van een fundamentalistische import-islam in onze contreien - we zijn tenslotte een tolerante en open samenleving. Hij beoefent hiermee een bijzondere vorm van cognitieve acrobatiek, want hij promoot het relativisme op basis van het essentialisme.

De boerka is onschuldig want onderdeel van een culturele multitude die moet geabsorbeerd kunnen worden door een beschaving die essentieel tolerant en open IS. Het ene essentialisme wordt dus gebruikt om het andere te veroordelen.

De intellectuele dissonantie die bovenstaande redenering al doorbloedt, komt nu echter volop aan de oppervlakte. Gelijkheid door ongelijkheid. Efficiëntie middels discriminatie. Het doel heiligt plots de middelen. Als een ongelijke toepassing van de wet, (ondermeer door de reductie van de gezagsdragers tot hun biologische karakteristieken; ondermeer ook door de ontkenning van puur kwantitatieve verschillen tussen mannelijke en vrouwelijke agenten), 'bijdraagt tot een meer efficiënt' politie-apparaat, dan zet uitgerekend het Centrum voor Gelijke Kansen de deur open voor willekeur.

Misschien is zijn positie ingegeven door zuivere pragmatiek : het loopt allemaal zo'n vaart niet met die boerka's, er zijn er amper enkele tientallen in België, ze zijn een minimale minderheid binnen de moslimgemeenschap; laat ons van een mug geen olifant maken.

Misschien. Toch blijft zo'n pragmatiek verbazend kortzichtig. Ze gaat straal voorbij aan de Grondwet (Hallo ? Centrum voor Gelijke Kansen ?) En men zet niets of niemand uit de wind door ordehandhaving à la carte. De instrumentalisering van het gelijkheidsprincipe stoelt op gammel denken, is cynisch, en een frontman van uitgerekend het Centrum voor Gelijke Kansen onwaardig. In alle omstandigheden.

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Saturday, August 01, 2009

Vrouwen in boerka vogelvrij ?



De Standaard bericht vandaag dat de federale politie een nieuwe richtlijn uitvaardigt mbt identiteitscontroles bij vrouwen in boerka. Voortaan zouden deze enkel nog mogen worden uitgevoerd door vrouwelijke agentes.

Dat is hallucinant en rammelt aan alle kanten :

Vooreerst verkeerde ik in de overtuiging dat de boerka simpelweg verboden was in het Belgische openbare leven. Blijkbaar niet dus. De richtlijn aanvaardt in de feiten dat de boerka wordt gedragen, en men lijkt niet van plan om daar nog veel tegen in te brengen. Dit voorspelt weinig goeds voor het straatbeeld in onze steden, en nog veel minder voor de sociale cohesie waar net diezelfde steden zo'n acuut gebrek aan hebben.

Ten tweede wordt hier het gelijkheidsprincipe fundamenteel met de voeten getreden. De facto zijn moslims en niet-moslims niet meer gelijk voor de wet. Vrouwen onderling zijn dat evenmin. Die zonder boerka krijgen een andere behandeling dan die met. Bovendien maakt de richtlijn onderscheid tussen moslima's mét boerka, en vrouwen met hoofddoekje, die blijkbaar wél nog altijd door een man kunnen worden gecontroleerd. En dan zwijgen we nog over de agenten zelf, die nochtans verondersteld worden om ongeacht hun geslacht eenzelfde wet op eenzelfde manier hoog te houden. Het gezag van mannelijke agenten wordt hier door de eigen oversten a priori ondermijnd ! Ziedaar de slapstick van een ordehandhaver die zichzelf in de voet schiet...

Ten derde kan men zich afvragen of het zo duidelijk is wat onder 'boerka' wordt verstaan. Voor zover bekend voegt de richtlijn geen definitie bij van het begrip; ze maakt dus geen onderscheid tussen de echte boerka enerzijds, of de niqab (zie foto bij dit bericht) en de chador anderzijds. De lijn is evenwel dun. Chador laat weliswaar het aangezicht vrij, qua uiting van islamitische vroomheid echter is het gewaad minstens even affirmatief als een niqab of een boerka. En tussen niqab en boerka is de lijn nog dunner, bijna letterlijk, omdat het enige verschil zich situeert omtrent de ogen. De boerka bedekt die met gaas, de niqab laat ze net nog vrij. Zal de politie dat subtiele onderscheid hanteren, of zal zij eerder terugvallen op een generieke typering om het principe van non-interventie voor zichzelf te legitimeren ?

Tot slot kan men zich weer maar eens afvragen hoe dergelijk exceptionalisme en dergelijk paternalisme bijdragen tot de integratie van de moslimgemeenschap in België. De voortdurende bevestiging van de moslim als een uitzondering op de regel is een slechte basis voor de inschakeling van de moslim in het grotere geheel van de samenleving. Het sterkt de moslim in zijn overtuiging dat hij werkelijk een uitzondering IS, wat dan weer zijn claim om meer voorkeursbehandeling luider doet klinken. Zulk wisselspel levert al drie generaties steeds prangender problemen op. De moslimgemeenschap maakt een verscheurende identiteitscrisis door. Aanhoudend gepaai is echter de verkeerde behandeling voor deze pathologie !

Het zou de Federale Politie sieren mocht zij deze richtlijn naar de prullenmand verwijzen. En wel met onmiddellijke ingang !

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Sunday, November 16, 2008

Jongeren en hun islam


Jonge moslims willen absoluut participeren in de Nederlandse samenleving, maar dan wel in grote mate binnen kaders die hun culturele en religieuze identiteit respecteren en faciliteren. Dat deze dubbele wens een delicate evenwichtsoefening inhoudt en bron van spanningen kan zijn, zal duidelijk zijn.

Hierna volgen de conclusies en aanbevelingen uit het rapport "Jongeren en hun islam -Jongeren over hun ondersteuning als moslim in Nederland" door Trees Pels, Marjan de Gruijter, Fadoua Lahri. Met medewerking van: Majone Steketee, Jodi Mak en Marjolijn Distelbrink, Oktober 2008, Verwey-Jonker Instituut en Instituut voor Multiculturele Ontwikkeling FORUM.

"De jongeren in dit onderzoek maken duidelijk dat zij graag deelnemen aan de samenleving, maar zij willen dat wel kunnen doen vanuit de eigen identiteit. Dit recht om ‘zichzelf te zijn’ betekent voor een deel van hen ook opkomen voor het recht om hun religieuze identiteit in het publieke domein gestalte te geven en dit niet te hoeven verloochenen. Deze bevinding staat niet op zichzelf. Op grond van recent grootschalig onderzoek stellen Entzinger en Dourleijn (2008) eveneens dat moslimjongeren vergeleken met tien jaar terug meer ruimte claimen voor hun eigen opvattingen en minder bereid zijn tot aanpassing in cultureel/religieus opzicht.
Daarentegen tonen autochtonen zich minder bereid dan voorheenom de allochtonen deze ruimte toe te staan, aldus voornoemde auteurs. Zoals ook aangekaart is in de tweede expertmeeting ligt hier een potentiële spanningsbron.

Niettemin komt duidelijk en consistent uit het onderzoek naar voren dat jongeren het bij het vinden van hun plaats als moslim in Nederland niet alleen af kunnen. Zij zijn zich bewust van het gevaar van de slachtoffermentaliteit en van het belang van eigen initiatief,maar missen vaak de nodige steun vanuit hun omgeving. Dit geldt zowel voor het gezin als voor de instituties daarbuiten met zorg voor jeugd, of het nu om zelforganisaties als de moskee gaat of om reguliere organisaties: zij sluiten onvoldoende aan bij de steunbehoeften van de jongeren. Leeftijdgenoten – die het ook niet allemaal weten – en internet vormen nu voor velen het voornaamste houvast.

De behoeften van jongeren lopen uiteen. Ze liggen op het gebied van empowerment, bijvoorbeeld door coaching in het omgaan met lastige vragen over de islam of met krenking; betrouwbare schriftelijke informatie; uitwisseling met leeftijdgenoten; bijeenkomsten met geleerden en deskundigen om te consulteren. Ook hebben de jongeren behoefte aan toegankelijke moskeeën en jeugdvoorzieningen, ruimte voor expressie van hun (religieuze)identiteit op school en werk en acceptatie door en overbrugging van
de kloof met de samenleving. Om de jongeren te helpen zich beter thuis te voelen in Nederland is naast een beweging van ‘onderop’ ook een beweging van ‘bovenaf’ nodig: van onderop gaat het om het afleggen van de slachtofferrol en om ondersteuning van activisme en initiatief van jongeren zelf; van bovenaf om ruimte in conventionele structuren, zowel die van een zelforganisatie als de moskee als van reguliere voorzieningen en organisaties.

Beide bewegingen, zoveel is ook duidelijk, kunnen niet zondereen duw in de rug. Jongeren hebben ondersteuning en faciliteiten nodig om tot actie en inspraak en vooral om tot continuïteit daarin te komen. Langs deze weg kunnen zij ook ijveren voor een grotere toegankelijkheid van moskeeën. Anderzijds hebben algemene
instellingen een sterke legitimatie, beleidserkenning, nodig om ruimte te creëren voor nieuwe Nederlanders en hun nieuwe eisen. Recentelijk is hierin vooruitgang geboekt doordat de overheid diversiteitsbeleid voor de jeugd agendeert in de beleidsbrief Diversiteit in het jeugdbeleid, medio 2008 uitgebracht door de
ministeries van Wonen, Werken en Integratie en Jeugd en Gezin. Deze beleidsbrief kondigt een actieprogramma aan dat ertoe moet leiden dat het bereik en de toegankelijkheid van algemene voorzieningen voor jeugd en gezin voor nieuwe Nederlanders verbeteren.

Voor het ondersteunen van behoeften die geïnspireerd zijn vanuit religieuze identiteit kan echter het argument van de scheiding tussen kerk en staat alsnog een sta-in-de-weg vormen. Vanuit dit onderzoek en vanuit het Nederlandse (staats)recht zijn enkele overwegingen aan te voeren om de impasse te doorbreken. Ten eerste is
integratie in de maatschappij gebaat bij enige ruimte voor de eigen identiteit, een argument dat ruimschoots wordt gestaafd door uitspraken van de jongeren in dit project en door ander onderzoek. Ten tweede gaat het vaak eerder om ondersteuning van door de religie geïnspireerde maatschappelijke activiteiten, zoals de jongeren in dit onderzoek herhaaldelijk onder de aandacht brachten. Ten derde, en nog relevanter, hebben individuen en groepen inNederland het recht om vanuit hun eigen religie of levensbeschouwingte spreken en te handelen, ook in de publieke sfeer. Dit recht wordt aangeduid met het begrip ‘inclusieve neutraliteit’.

‘Inclusieve neutraliteit geeft ruimte aan culturele, religieuze en levensbeschouwelijk diversiteit van burgers. De overheid draagt zorg voor gelijke behandeling, biedt soms ondersteuning maar mag niet de ene religie of levensbeschouwing voorrang geven boven de andere. (…) Om de gelijkheid van alle godsdiensten en levensbeschouwingen daadwerkelijk te garanderen kan de overheid in voorkomende gevallen groepen die achterblijven extra ondersteunen’, zo valt in de recent uitgekomen Amsterdamse Notitie Scheiding Kerk en Staat (2008:6) te lezen.

Kort samengevat kunnen we concluderen dat zowel ondersteuning van jongeren zelf gewenst is, vanuit hun eigen kracht en initiatief, als ondersteuning door structuren meer op de behoeften van jongeren toe te snijden. Bij het laatste kunnen we nog verschil maken tussen een zelforganisatie als de moskee en reguliere organisaties.
Dit brengt ons tot de formulering van drie categorieën aanbevelingen, die wij hierna achtereenvolgens kort uitwerken:
• ondersteuning van eigen inbreng en initiatieven;
• openheid van de moskee;
• openheid van reguliere instellingen."


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